Berufsunfähigkeitsversicherung im Bürojob - Ist das sinnvoll?

Berufsunfähigkeitsversicherung
Berufsunfähigkeitsversicherung im Bürojob- Ist das sinnvoll?

Wenn auch du dir die Frage stellst, wie man in einem Bürojob berufsunfähig werden kann, dann bist du hier genau richtig. In diesem Beitrag gehen wir explizit darauf ein, warum eine Berufsunfähigkeitsversicherung auch für Personen mit Bürojobs so sinnvoll ist.
Viele sind nämlich der Meinung, dass eine Berufsunfähigkeitsversicherung doch nur für besonders gefährliche oder körperlich anspruchsvolle Berufe Sinn ergibt.
Doch stimmt das wirklich?

Berufsunfähigkeitsversicherung als Büroangestellte/r – welches Risiko trage ich?

Ein Interessent bat uns Anfang des Jahres um eine Beratung im Bereich der Arbeitskraftabsicherung. Eine Kundin von uns hatte ihm empfohlen, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen und uns zu kontaktieren.
Es war interessant zu hören, weshalb seiner Meinung nach eine BU für ihn nicht so sinnvoll sei.

„Als Industriekaufmann kann ich nach einem Unfall doch selbst im Rollstuhl noch im Büro arbeiten“.
„…brauche ich da nicht besser eine gute Unfallversicherung?“

Diese Meinung ist durchaus weit verbreitet. Viele stellen sich nämlich unter einer Berufsunfähigkeit eine körperliche Invalidität vor – sprich eine physische Beeinträchtigung, die aus einem Unfall resultiert. Im Folgenden wollen wir beleuchten, welche die häufigsten Ursachen einer Berufsunfähigkeit darstellen. Dann kann auch die Frage beantwortet werden, ob sich eine Berufsunfähigkeitsversicherung für Büroangestellte lohnt.

Was sind die häufigsten Ursachen für eine Berufsunfähigkeit? BU-Statistik

Doch wenn es keine Unfälle sind, was kann denn dann die Hauptursache sein? In einem Beitrag über die Bedeutsamkeit der BU haben wir dies bereits geschildert. Die Statistik des GDV (Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft) zeigt deutlich, was die häufigsten Ursachen für eine Berufsunfähigkeit sind.

BU Statistik - Berufsunfähigkeitsversicherung und Psyche

Zu Beginn wollen wir auf das Argument unseres Interessenten eingehen und die Wahrscheinlichkeit des Unfalls betrachten. Aus unserer Praxis wissen wir, dass viele Personen das Risiko eines Unfalls als eine der häufigsten Ursachen vermuten.

Doch mit nur 9 % aller BU-Fälle ist diese Wahrscheinlichkeit eher niedrig.

Die psychischen Erkrankungen hingegen machen knapp 30% der Ursachen aus! Diese können dabei unterschiedlicher Natur sein und verschiedene Ausprägungen annehmen. Die häufigsten Erkrankungen stellen Depressionen, Burnout oder Panik- und Angststörungen dar. Dies sind oftmals Folgen von Zeitdruck oder Leistungs- und Termindruck sowie von hohen Arbeitsanforderungen im Bereich Multitasking. Die ständige Erreichbarkeit und die zeitliche Flexibilität der Mitarbeiter, die von vielen Unternehmen vorausgesetzt wird, zählen ebenfalls dazu. Genau diese Einflussfaktoren finden sich häufiger im Alltag eines Angestellten im Büro wieder.

Der Bewegungsapparat ist "nur" die Nummer 2 der häufigsten Ursachen. Hier stellt man sich den Fliesenleger oder den Zimmermann vor, der aufgrund einer körperlichen Erkrankung nicht mehr arbeiten kann und deshalb berufsunfähig wird. Dies ist richtig, doch ein Blick in die Patientenakte unserer Kunden in Bürojobs genügt, und man erhält auch dort ein eindeutiges Bild.

Verspannungen im Nacken, Rückenschmerzen oder Schulter- und Armschmerzen sind alles Erkrankungen, die aufgrund sitzender Tätigkeit entstehen. Wir sind der Meinung, dass eine moderate und ausgewogene körperliche Arbeit für den Bewegungsapparat besser ist, als diese 8-9 Stunden sitzend auf einem Stuhl zu verbringen. Bandscheibenvorfälle finden sich in den Patientenakten in ähnlich gleicher Häufigkeit bei Personen in handwerklichen als auch in kaufmännischen Berufen wieder.

Auch der dritten Punkt, die Krebserkrankungen, betrifft unserer Meinung nach sowohl körperlich arbeitende Menschen als auch Personen, die nicht körperlich arbeiten.
Im kommenden Abschnitt wollen wir uns jedoch dem häufigsten Grunde der Berufsunfähigkeit widmen. Den psychischen Erkrankungen.

Psyche und Berufsunfähigkeit in Bürojobs

Im vorherigen Abschnitt haben wir bereits beschrieben, dass das psychische Leiden sowohl bei körperlich als auch bei nicht körperlich arbeitenden Menschen eintreten kann. Doch ist das Thema wirklich so dramatisch?
Werden Angestellte im Büro aufgrund psychischer Erkrankungen vielleicht sogar tendenziell öfter berufsunfähig?

Wenn wir uns die Tage der Krankschreibungen bzw. Arbeitsunfähigkeitstage anschauen, wird die Tendenz der Häufigkeit der Erkrankungen im psychischen Bereich deutlich. Der DAK Psychoreport zeigt: noch nie gab es wegen psychischer Erkrankungen so viele Ausfalltage im Job wie im Jahr 2020. Dabei wurde die Statistik der versicherten Personen bei der DAK erhoben. Die DAK stellt die drittgrößte gesetzliche Krankenkasse Deutschlands mit ca. 5,6 Millionen Versicherten dar.

Im Schnitt fiel jede Person 2,65 Tage im Jahr 2020 wegen psychischer Erkrankungen aus. Im Vergleich zum Jahr 2010 bedeutet dies eine Zunahme von mehr als 50%.

Ein Grund dafür: in der heutigen Gesellschaft wird die Psyche stark gefordert, körperliche Anforderungen rücken in der Gesamtanzahl eher in den Hintergrund. Einen weiteren interessanten Aspekt stellt die Dauer der psychischen Erkrankungen dar. Krankschreibungen bis zu einer Woche haben 2020 abgenommen, wobei Krankschreibungen von mehr als zwei Wochen zugenommen haben. Das lässt vermuten, dass u.a. die Schwere der psychischen Erkrankungen zunimmt. Ein psychischer Krankheitsfall dauerte 2020 durchschnittlich 39 Tage.

„Im Vergleich der Diagnosen waren Depressionen die wichtigste Ursache für Krankschreibungen. Bei den Anpassungsstörungen gab es mit acht Prozent den größten Zuwachs gegenüber dem Vorjahr.“

Die Auswertung der Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK) aus dem Jahr 2018 zeigt ein ähnliches Bild. Demnach sind psychisch erkrankte Arbeitnehmer länger krankgeschrieben als Personen, die körperlich erkrankt sind. Auch die Anzahl der Versicherten, die aufgrund einer psychischen Erkrankung arbeitsunfähig waren, hat sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten fast verdoppelt

Wie wir finden, sehr interessante Studien- und Umfrageergebnisse.

Unsere Praxis zeigt ein ähnliches Bild. Viele unserer Kunden sind im kaufmännischen Bereich tätig, sprich im Büro. Dazu zählen wissenschaftliche Mitarbeiter, Unternehmensberater, Abteilungsleiter, Vertriebsmitarbeiter oder Ingenieure. Wenn uns die Patientenakten vorliegen, stellen wir immer häufiger fest, dass Personen im Bürojob tendenziell sogar häufiger psychische Diagnosen oder Vorerkrankungen haben als Personen, die eine körperliche Tätigkeit ausüben.

Fazit

Unserem Interessenten haben wir die beschriebenen Informationen in Kurzform erläutert und auch auf die Absicherung seitens des Staates hingewiesen. Sehr interessant war dabei zu sehen, wie er zu der Einsicht kam, dass es sehr sinnvoll ist, sich gegen die Berufsunfähigkeit abzusichern. Wir waren sehr froh darüber, dass er so aufgeschlossen war und bei einigen Punkten sogar einen BU-Fall aus seinem Bekanntenkreis erläutert hat – ebenfalls eine psychische Erkrankung.

Wir merken dabei immer wieder, dass das Wissen über die Faktenlage (z.B. mit Hilfe von Statistiken) ein sehr wichtiger Schritt beim Entscheidungsprozess einer BU ist.

Eine Vielzahl der Personen, die wir beraten, ist sich bereits über die Risiken bewusst und haben den ausdrücklichen Wunsch, eine BU abzuschließen. Dabei wird deutlich, dass diese sich bereits im Internet oder auf unserem Blog informiert haben. Unserer Meinung nach ist es wichtig, sich einen Überblick zu verschaffen und offen an die Sache heranzugehen. Deshalb wollen wir auch an dieser Stelle ein Lob gegenüber unserem, doch zu Beginn eher skeptischen Kunden, aussprechen. Am Ende hat er sich für eine BU entschieden und war dankbar für unsere ausführliche Schilderung.

„Vieles war mir gar nicht bewusst, was ich jetzt als logisch und nachvollziehbar betrachte“.

Wenn auch du dich gefragt hast, ob eine Berufsunfähigkeitsversicherung im Bürojob sinnvoll ist, hoffen wir, dass wir dir einen Eindruck davon geben konnten, welche Risiken man eingeht, wenn man keine BU hat.
Wir würden uns freuen, wenn wir dich auf dem Weg zu deiner passenden Berufsunfähigkeitsversicherung unterstützen können. Vereinbare dafür einfach einen (Online-) Termin mit uns und lass dich von uns kostenfrei beraten.

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