Rentengarantiezeit – einfach erklärt

Bei Abschluss einer Rentenversicherung gibt es zahlreiche Punkte zu beachten. Wir erleben immer wieder, dass Rentenversicherungen innerhalb weniger Minuten abgeschlossen werden.

Das führt in vielen Fällen dazu, dass das Konzept einer Rentenversicherung nicht verstanden wird.

 

Ein Punkt stellt die sogenannte Rentengarantiezeit einer Rentenversicherung dar. Die Sinnhaftigkeit und der Nutzen dessen wird häufig missverstanden.

Hinweis: In diesem Beitrag gehen wir ausschließlich auf die Rentengarantiezeit einer privaten Rentenversicherung ein.

Rentengarantiezeit - was ist das?

Damit du besser nachvollziehen kannst, was die Rentengarantiezeit ist und in welchen Fällen diese sinnvoll ist, springen wir einen Schritt zurück und greifen ein Beispiel auf.

 

Wenn du eine Rentenversicherung abgeschlossen hast, dann besparst du diese bis zu deinem Rentenalter. Das sind oftmals 20, 30 oder 40 Jahre Ansparzeit. Kurz vor dem Rentenbeginn hast du bei deiner privaten Rentenversicherung dann die Wahl, dir das gesamte Kapital der Rentenversicherung auszahlen zu lassen, oder mit deiner Rentenversicherung zu vereinbaren, dass du eine Rente bis zu deinem Lebensende erhältst.

 

Die meisten unserer Interessenten und Interessentinnen stellen sich die Frage, wie dies denn in der Praxis abläuft?

 

"Wenn ich 105 werde, bekomme ich bis dahin dann die Rente ausgezahlt? – dann habe ich doch mehr ausgezahlt bekommen, als jemals im Vertrag als Guthaben enthalten gewesen ist!"

 

Das ist richtig, denn eine Rentenversicherung sichert für dich das sogenannte Langlebigkeitsrisiko ab. Mit dieser Frage geht die folgende Frage einher.

 

„Doch was geschieht, wenn ich mit 67 Jahren in Rente gehe, die lebenslange Rente aus der Versicherung beantrage und dann mit 70 Jahren versterbe?“

 

Dann hat man nur 3 Jahre Geld aus der Rentenversicherung erhalten, obwohl viel mehr in dem Vertrag enthalten gewesen ist.

 

An diesem Punkt setzt das Thema der Rentengarantiezeit ein. Die Rentengarantiezeit spielt nämlich im Todesfall des Versicherungsnehmers während des Rentenbezugs eine Rolle.

 

 

Wichtig ist dabei zu wissen, dass die Rentengarantiezeit nicht dir als Versicherungsnehmer, sondern ausschließlich deiner Hinterbliebenen dient. Dieser Punkt wird häufig missverstanden.

In der Regel kannst du eine Rentengarantiezeit von 5, 10, 15, 20, 25 oder sogar mehr als 30 Jahren vereinbaren.

 

Wenn wir unser Beispiel betrachten und du bereits nach 3 Jahren Rentenbezug, sprich mit 70 Jahren verstirbst, dann hast du lediglich für 3 Jahre Rente erhalten. Hast du eine Rentengarantiezeit von 10 Jahren vereinbart, so würde die Rentenversicherung die monatlichen Rentenzahlungen nicht einstellen, sondern für weitere 7 Jahre die monatliche Rente an deine Hinterbliebenen weiterzahlen.

Es werden bei der Rentengarantiezeit also die Jahre abgezogen, die du bereits zu Lebzeiten deine Rente erhalten hast.

 

Das hört sich ja ganz nett an. Macht es dann nicht Sinn einfach die höchste Rentengarantiezeit zu wählen? Das wäre im frühzeitigen Todesfall des Versicherungsnehmers doch das Beste für die Hinterbliebenen?

 

Dabei musst du aber einen wichtigen Punkt berücksichtigen: Die Dauer der Rentengarantiezeit ist nicht direkt mit Kosten verbunden, tangiert jedoch die Höhe deiner monatlichen Rente.

Rentengarantiezeit Beispiel:

Damit du dir ein Bild davon machen kannst, wie sich die unterschiedlichen Rentengarantiezeiten auf deine monatliche Rente auswirken, haben wir vier unterschiedliche Rentengarantiezeiten in den folgenden Schaubildern dargestellt.

 

Dabei sind wir davon ausgegangen, dass eine Person von 30 Jahren bis zu ihrem 67. Lebensjahr jeden Monat 200€ in eine ETF-Rentenversicherung investiert. Wir sind in unserem Beispiel von einer Wertentwicklung von 6 Prozent pro Jahr ausgegangen.

Die Ergebnisse stammen immer von derselben Versicherung.

Die erste Rentengarantiezeit beträgt 5 Jahre: Die monatliche Rente würde dabei 870,40€ betragen.

5 Jahre Rentengarantiezeit Beispiel

Bei der zweiten Variante beträgt die Rentengarantiezeit 10 Jahre. Dies würde eine monatliche Rente von 868,22€ ergeben.

10 Jahre Rentengarantiezeit Beispiel

Die dritte Variante, bei einer Rentengarantiezeit von 20 Jahren, ergibt eine monatliche Rente von 855,05€.

20 Jahre Rentengarantiezeit Beispiel

Die vierte Variante zeigt eine Rentengarantiezeit von 24 Jahren. Dabei würde die monatliche Rente 842,44€ betragen.

24 Jahre Rentengarantiezeit Beispiel

An diesen vier Beispielen kannst du einen Eindruck davon gewinnen, welchen Einfluss die unterschiedlichen Rentengarantiezeiten auf deine spätere Rente haben können. In unserem Beispiel haben wir mit maximal 24 Jahren Rentengarantiezeit gerechnet – eine längere Zeit konnten wir bei der Beispiel-Versicherung nicht wählen.

Eine höhere Rentengarantiezeit hat einen niedrigeren Rentenfaktor zur Folge. Der Rentenfaktor ist eine Art Umrechnungsschlüssel für deine spätere monatliche Rente. In diesem Beitrag gehen wir bzgl. des Rentenfaktors nicht ins Detail, denn mit diesem Thema kann man ohne weiteres einen komplett neuen Blog-Beitrag füllen.

Welche Höhe der Rentengarantiezeit vereinbaren?

Wie du an unserem obigen Beispiel erkennen kannst, unterscheidet sich die Höhe der Auszahlung deiner monatlichen Rente, je nachdem, welche Rentengarantiezeit du vereinbarst.

 

Wenn du dich für eine hohe Rentengarantiezeit entscheidest, dann wird deine Rente zum Rentenbeginn geringer sein, als wenn du dich für eine niedrigere Rentengarantiezeit entschieden hättest.

Es stellt sich die Frage, wie hoch die optimale Rentengarantiezeit ist.

Hier gibt es keine allgemeingültige Antwort. Was du dir aber immer vor Augen führen solltest ist die Tatsache, dass du deine Rentenversicherung in erster Linie für dich und deine mögliche Rentenlücke besparst. Dass du im Falle eines vorzeitigen Ablebens deinen Hinterbliebenen mit einer hohen Rentengarantiezeit etwas Gutes tust, ist sehr löblich, doch solltest du unserer Meinung nach primär deine persönliche Situation im Rentenalter betrachten.

Hierbei kannst du dir die folgende Frage stellen:

Hast du bereits genügend Rente, um deinen Wünschen im Rentenalter nachzugehen oder sieht deine Situation eher finanziell angespannt aus?

Wenn du bereits ausreichend vorgesorgt hast, dann spricht nichts gegen eine hohe Rentengarantiezeit. Bist du hingegen auf jeden Euro angewiesen, solltest du überlegen, ob eine sehr hohe Rentengarantiezeit in deiner Situation sinnvoll ist.

Wir sind der Meinung, dass eine gesunde Mischung aus beidem in den meisten Fällen eine gute Lösung ist. Viele unserer Kunden/- innen wählen eine Rentengarantiezeit von 10-20 Jahren. Somit hat man als Versicherungsnehmer/- in eine adäquate Rente und es ist in gewisser Hinsicht auch für die Hinterbliebenen gesorgt.

Was passiert nach Ablauf der Rentengarantiezeit?

Nach Ablauf der Rentengarantiezeit gibt es zwei Szenarien, die betrachtet werden müssten.

Das erste Szenario sieht wie folgt aus: Der Versicherungsnehmer geht mit 67 Jahren in Rente und erhält monatlich die Zahlungen aus seiner Rentenversicherung. Er hat eine Rentengarantiezeit von 10 Jahren vereinbart, mit 77 Jahren endet die Rentengarantiezeit. Der Versicherungsnehmer erhält jedoch weiterhin seine monatliche Rente, solange er lebt. Verstirbt er mit 85 Jahren, so endet die Versicherung und auch die Zahlung aus der Versicherung.

Im zweiten Szenario geht der Versicherungsnehmer ebenfalls mit 67 Jahren in Rente, verstirbt aber bereits nach 3 Jahren im Alter von 70 Jahren. Er hat ebenfalls eine Rentengarantiezeit von 10 Jahren vereinbart. Seine Hinterbliebenen erhalten somit noch für 7 weitere Jahre eine monatliche Rente.

Nach Ablauf der Rentengarantiezeit endet der Versicherungsvertrag und die monatliche Rentenzahlung wird eingestellt.

Rentengarantiezeit nachträglich ändern?

Eine nachträgliche Änderung der Rentengarantiezeit ist bei den meisten Versicherungen möglich, solange noch keine Rente bezogen wird.

Wann eine solche Änderung spätestens erfolgen muss, ist von Versicherung zu Versicherung unterschiedlich.

Einige Versicherungen setzen jedoch eine Frist, bis wann eine solche Änderung spätestens vorgenommen werden kann. In vielen Fällen liegt dies ein Jahr vor dem planmäßigen Rentenbeginn.

Der Änderungswunsch muss der Versicherung dann in Textform mitgeteilt werden. Diese berechnet dann die Höhe der versicherten Altersrente neu.

Sollte keine Rentengarantiezeit vereinbart worden sein, so kann man diese in vielen Fällen auch nachträglich einschließen. Nach Ablauf dieser Frist ist der Einschluss oftmals nur mit Zustimmung der Versicherung möglich.

Hinweis: Wenn du bereits eine Rentengarantiezeit in deinem Vertrag vereinbart hast, diese aber nun herabsetzen oder erhöhen möchtest, so schaue in jedem Fall in den entsprechenden Versicherungsbedingungen nach.

Eine pauschale Antwort darauf, in welcher Form und unter welcher Einhaltung möglicher Fristen dies darstellbar ist, gibt es leider nicht.

Fazit

Zum Ende wollen wir noch auf die Frage eingehen, ob eine Rentengarantiezeit prinzipiell sinnvoll ist.

Unserer Meinung nach ja, doch es kommt, wie so oft beim Thema Versicherungen, auf die Situation des Einzelnen an.

Die Entscheidung, ob du eine Rentengarantiezeit wählst und in welcher Höhe du diese vereinbarst, sollte gut überlegt sein. Deshalb bietet es sich an, eine persönliche Bestandsaufnahme zu machen und dabei genau zu beleuchten, welchem Zweck die Rentenversicherung dienen soll.

Wenn du gerade auf der Suche nach einer passenden Rentenversicherung für dich bist, dann kannst du dich gerne bei uns melden. Wir können dich in diesem relativ komplexen Themenbereich unabhängig beraten.

Viele unserer Interessenten/-innen haben teilweise ein bestehendes Depot, in dem ETFs angespart werden, möchten aber zusätzlich eine Rentenversicherung abschließen. Eine Gegenüberstellung der beiden Varianten haben wir bereits ausführlich zusammengetragen.

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