Honorarberater Kosten und Nutzen im Vergleich

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Veröffentlicht
16.01.2026
Honorarberatung Kosten

In Deutschland ist die provisionsbasierte Finanzberatung weiterhin das dominierende Modell. Die Kosten der Beratung sind dabei in den entsprechenden Finanzprodukten enthalten und werden selten offen ausgewiesen.

Die Folge dieser Intransparenz ist, dass viele Verbraucher/-innen noch immer davon ausgehen, dass Beratung bei Banken, Finanz- oder Vermögensberatern im Bereich der Geldanlage kostenfrei ist.

Honorarberatung verfolgt einen grundlegend anderen Ansatz.

Beratung und Produkt sind klar voneinander getrennt. Die Vergütung erfolgt direkt durch den Verbraucher und wird transparent vorab vereinbart. Kosten stehen offen im Raum und sind nachvollziehbar. Für viele ist genau das der entscheidende Mehrwert.

Honorarberatung ist kein Verkaufsprozess, sondern ein strukturierter und individueller Beratungsprozess.

Im Idealfall schafft sie Klarheit und Orientierung in finanziellen Fragen. Nicht der Verkauf von Finanzprodukten, sondern die Ziele, Werte und der langfristige Plan des Kunden stehen im Mittelpunkt.

Umso nachvollziehbarer ist es, dass sich viele Menschen vor der Inanspruchnahme einer Honorarberatung darüber informieren möchten, mit welchen Kosten zu rechnen ist. In diesem Artikel zeigen wir, welche Kosten bei einer Honorarberatung anfallen und welchem Nutzen sie gegenüberstehen.

 

1. Was kostet eine Honorarberatung?

Bei der Honorarberatung gibt es keinen einheitlichen Beratungsansatz und keine festen oder standardisierten Kostenmodelle, die für alle Berater Gültigkeit haben. Jeder Honorarberater legt seine Vergütungsstruktur individuell fest. Als §34h Honorarberater konzentrieren wir uns in diesem Artikel bewusst auf die Honorarberatung in folgenden Bereichen:

  1. Geldanlage und Vermögensstrukturierung inklusive laufender Begleitung
  2. Altersvorsorge- und Ruhestandsplanung als zentrales Gesamtkonzept
  3. Altersvorsorgeverträge über Honorartarife

Gleich zu Beginn möchten wir erläutern, dass es aus unserer Sicht bei der Honorarberatung sowohl direkte als auch indirekte Kosten gibt. In diesem Abschnitt grenzen wir diese beiden Kostenarten bewusst voneinander ab. Je nach Ausgangssituation, Zielsetzung und Komplexität können sehr unterschiedliche Beratungsansätze sinnvoll sein. Die folgende Übersicht zeigt die drei zentralen Formen unserer Honorarberatung im Bereich der Geldanlage und Altersvorsorge und dient als erste Orientierung.

 

2. Direkte Kosten der Honorarberatung  

Die direkten Kosten sind in der Regel klar bezifferbar und spiegeln sich unmittelbar in der Honorarrechnung wider. Wir haben die unterschiedlichen Beratungsformen anhand der drei häufigsten Anfragen unserer Kundinnen und Kunden strukturiert aufgegliedert und transparent dargestellt, mit welchen Kosten jeweils zu rechnen ist.

Im weiteren Verlauf gehen wir auf diese einzelnen Beratungsformen näher ein und zeigen auf, wann und in welchem Fall sie sinnvoll eingesetzt werden können und welcher konkrete Mehrwert jeweils in der Beratung liegt.

Beratungsform der Honorarberatung und typische Kosten 

Honorarberatung Kosten und Nutzen

2.1. Altersvorsorge- und Ruhestandsplanung

Für eine umfassende Altersvorsorge- und Ruhestandsplanung arbeiten wir in der Regel mit einem Honorar zwischen 2.250 € und 5.250 €. Die genaue Höhe hängt vom Umfang der Analyse, der Anzahl bestehender Vorsorgebausteine und dem gewünschten Detailgrad der Auswertungen ab. In der Regel lässt sich der zu erwartende Kostenrahmen bereits im Erstgespräch realistisch einschätzen und transparent eingrenzen.

Inhaltlich ist diese Form der Honorarberatung die umfassendste. Sie richtet sich an Menschen, die im Laufe ihres Berufslebens verschiedene Vorsorgebausteine aufgebaut haben. Dazu zählen gesetzliche Ansprüche, betriebliche Vorsorge, private Rentenversicherungen, Kapitalanlagen oder Immobilien.

Diese Bausteine werden erstmals als Gesamtsystem betrachtet. Bestehende Verträge werden analysiert, Ziele klar definiert und realistisch eingeordnet. Faktoren wie Inflation, Steuern, Rentenbeginn und Lebenserwartung fließen systematisch in die Planung ein.

Die Altersvorsorge- und Ruhestandsplanung schafft einen belastbaren Überblick und beantwortet zentrale Fragen wie:

  • Reicht mein Vermögen für meine Vorstellung vom idealen Ruhestand?
  • Ab wann kann ich finanziell kürzertreten?
  • Kann ich eher in Rente gehen als geplant?
  • Wie stabil ist meine Planung in schwachen Marktphasen?

Im Artikel „Altersvorsorge- und Ruhestandsplanung“ findest du eine Übersicht dieses Beratungsbausteins.

 

2.1 Vermögensbetreuung für die Altersvorsorge

Bei der laufenden Vermögensbetreuung kommt ein prozentuales Vergütungsmodell zur Anwendung. Die Kosten liegen bei 0,5 % bis 1,5 % pro Jahr bezogen auf das betreute Vermögen. Die Abrechnung erfolgt in der Regel quartalsweise auf Basis des jeweiligen Depotvolumens.

Grundsätzlich gilt: Je höher das betreute Vermögen ist, desto geringer fällt die prozentuale Kostenbelastung aus. Das Vermögen wird strategisch investiert, regelmäßig überprüft und an veränderte Lebensphasen sowie Marktbedingungen angepasst.
Ab einem betreuten Vermögen von 250.000 € erfolgt eine laufende Überprüfung und gezielte strategische Feinjustierung der Altersvorsorge- und Ruhestandplanung.

Der größte Mehrwert dieser Betreuung liegt in Kontinuität und Disziplin. Als Sparringspartner sorgen wir dafür, dass Entscheidungen nicht situativ oder emotional getroffen werden. Gerade in volatilen Marktphasen hilft ein klarer Plan und eine konsequente Begleitung dabei, Fehlentscheidungen zu vermeiden und die langfristige Strategie konsequent umzusetzen.

Einen wesentlichen Teil unserer Tätigkeit sehen wir in der verhaltensorientierten Begleitung beim Investieren von Privatvermögen. Wir agieren als rationaler Gegenpol, wenn Unsicherheit oder starke Marktbewegungen Entscheidungen beeinflussen. In vielen Fällen begleiten wir Mandanten beim Investieren größerer Vermögenssummen, etwa nach Erbschaften, Unternehmensverkäufen oder Immobilienveräußerungen.

Immer dann, wenn größere Beträge zur Verfügung stehen und diese zukunftsorientiert, individuell und abgestimmt auf persönliche Ziele und Lebensplanung investiert werden sollen, entfaltet eine laufende Vermögensbetreuung ihren größten Nutzen.

Im Bereich Vermögensverwaltung findest du zudem eine detaillierte Übersicht zum Ablauf und zu den konkreten Leistungen der Betreuung.

 

2.1 Einzelne Altersvorsorgelösung über Honorartarife

Unsere Anfragen aus dem gesamten Bundesgebiet zeigen deutlich, dass nicht in jedem Fall ein umfassendes Gesamtkonzept notwendig ist. Auch wenn wir diese Herangehensweise fachlich oft kritisch hinterfragen, bleibt es letztlich jedem selbst überlassen, wie tiefgehend die Beratung sein soll.

Bei einem konkreten Umsetzungswunsch, etwa dem Abschluss einer Nettopolice oder der gezielten Optimierung einer einzelnen Vorsorgelösung sowie der Einrichtung eines Depots, arbeiten wir mit einer Kombination aus Pauschalhonorar pro Vertrag und stundenbasierter Abrechnung.

Je nach Bereich der Altersvorsorge, beispielsweise bei privaten Rentenversicherungen, der Rürup-Rente oder der betrieblichen Altersvorsorge, liegen die Pauschalen in der Regel zwischen 300 € und 500 € pro Vertrag. Der Stundensatz beträgt 250 €. In den meisten Fällen ist mit einem Gesamthonorar zwischen 900 € und 2.000 € zu rechnen, abhängig vom individuellen Beratungsaufwand und der Komplexität der bestehenden Situation.

Der Mehrwert honorarbasierter Verträge liegt vor allem in der Kosteneffizienz. Da keine Provisionen oder Abschlusskosten in den Tarifen enthalten sind, fließen die Beiträge überwiegend in die Vorsorge und nicht in Vertriebsvergütungen.

Eine Übersicht findest du unter „Rentenversicherungen als Honorartarife“.

Die Kosten der Honorarberatung erfolgen unabhängig vom gewählten Modell stets über eine Honorarrechnung nach erbrachter Leistung. Alle genannten Honorare verstehen sich, sofern nicht anders angegeben, netto zzgl. 19 % Umsatzsteuer.
Je nach Umfang und Inhalt der Beratung erhältst du von uns vorab einen transparenten Kostenvoranschlag, sodass jederzeit klar ersichtlich ist, welche Beratungskosten konkret entstehen. Solltest du dich in einem der genannten Punkte wiederfinden oder aktuell vor einer entsprechenden Entscheidung stehen, melde dich gerne über unser Kontaktformular und vereinbare ein kostenfreies Erstgespräch mit uns.

 

3. Die Indirekte Kosten

Neben den direkten, sichtbaren Kosten existieren auch indirekte Kosten. Diese Kosten erscheinen auf keiner Rechnung und entfalten ihre Wirkung vor allem durch Verhalten, Entscheidungen und den Umgang mit Unsicherheit. Denn nicht nur die Honorarberatung an sich ist mit Kosten verbunden, sondern in vielen Fällen verursacht auch das „Nicht-Inanspruchnehmen“ einer Beratung Kosten.

Wichtig: Diese indirekten Kosten basieren auf unseren Erfahrungen aus der Beratungspraxis und den typischen Anliegen unserer Kundinnen und Kunden. Sie stellen keine allgemeingültige Bewertung dar, sondern spiegeln Beobachtungen wider, die sich in der Praxis immer wieder zeigen.

 

3.1 Kosten des Nichtinvestierens

Unsicherheit in Bezug auf Finanzen führen häufig dazu, Entscheidungen aufzuschieben. Kapital verbleibt dann beispielsweise auf dem Tagesgeld, während die Inflation seine Kaufkraft schrittweise mindert. Die Erträge, die durch dieses Nichtinvestieren entgehen, werden in der Finanzökonomie als Opportunitätskosten bezeichnet.

Honorarberatung kann hier Abhilfe schaffen. Durch einen klaren Plan und konkrete, unterstützende Maßnahmen entsteht Handlungssicherheit. Entscheidungen werden nicht länger aufgeschoben, weil ein verlässlicher Begleiter an der Seite steht, der die persönlichen Ziele, Wünsche und die individuelle Lebensplanung kennt und strukturiert begleitet.

 

3.2 Kosten emotionaler Fehlentscheidungen

Marktschwankungen sind ein natürlicher Bestandteil des Investierens. Ohne einen klaren Plan und eine passende Risikostruktur können diese Schwankungen jedoch emotional belastend werden. Entscheidungen werden dann weniger rational getroffen, sondern aus dem Wunsch heraus, Unsicherheit zu vermeiden oder Verluste zu begrenzen. Frühe Verkäufe oder hektische Umschichtungen sind häufig die Folge und wirken langfristig renditemindernd.

In der Praxis führt dieses Verhalten oft zu schlechteren Ergebnissen, da versucht wird, den Markt zu timen, also in Schwächephasen auszusteigen und zu einem späteren Zeitpunkt wieder einzusteigen. Was theoretisch einfach klingt, gleicht in der Praxis meist spekulativem Handeln.

Honorarberatung schafft hier Distanz zwischen Emotion und Entscheidung. Sie gibt einen klaren Rahmen vor, an dem sich Handlungen orientieren können. Oft ist es gerade die Fähigkeit, am eigenen Plan festzuhalten, die langfristig den entscheidenden Unterschied macht.

 

3.3 Kosten falscher Risikoeinschätzung

Eine spannende Erkenntnis in unseren Beratungen zeigt sich in der Risikoprofilierung. Viele Menschen glauben risikofreudiger zu sein, als sie es in realen Marktsituationen tatsächlich sind.

Solange die Märkte ruhig sind, fühlt sich eine offensive Strategie oft richtig an. Das Problem einer falschen Risikoeinschätzung wird besonders in Schwächephasen sichtbar. Kommt es zu Rückgängen, werden ursprünglich passende Strategien aus emotionalen Gründen infrage gestellt oder ganz verlassen.

Gerade bei Personen in einem fortgeschritteneren Lebensabschnitt verschiebt sich der Fokus zunehmend auf den Vermögenserhalt und eine risikoangemessene Struktur. Ziel ist nicht maximale Rendite, sondern Stabilität, Planbarkeit und die Fähigkeit, auch in schwierigen Marktphasen ruhig zu bleiben. Genau hier liegt der Mehrwert einer sauberen Risikoprofilierung und der Zusammenarbeit mit einem unabhängigen Honorarberater. Sie verbindet theoretische Annahmen mit der gelebten Praxis und stellt sicher, dass Anlagestrategien nicht nur rechnerisch sinnvoll sind, sondern auch emotional getragen und langfristig durchgehalten werden können.

Ein wesentlicher Teil der indirekten Kosten entsteht durch menschliches Verhalten. In der Finanzforschung spricht man von Biases, also systematischen Denk- und Entscheidungsfehlern. Verlustaversion, Überreaktionen in Krisen oder das Festhalten am Status quo führen dazu, dass Entscheidungen emotional statt strukturiert getroffen werden.

Hier setzt Verhaltenscoaching an, was Teil unserer Vermögensbetreuung ist. Dadurch werden Entscheidungen besser eingeordnet, Emotionen behandelt und der Blick konsequent auf den langfristigen Plan gelenkt. Im Artikel „Wie unser Verhalten den Vermögensaufbau beeinflusst“ haben wir uns diesem Thema noch intensiver gewidmet.

„The biggest risk is not the market. The biggest risk is our behavior.“

Dieser Gedanke wird häufig dem US-amerikanischen Autor und Behavioral Finance Experten Carl Richards zugeschrieben und bringt einen zentralen Punkt der Verhaltensforschung auf den Punkt.

Nicht das Marktrisiko ist das größte Risiko, sondern das eigene Verhalten in schwierigen Momenten.

Gerade in Phasen von Unsicherheit, starken Schwankungen oder medialem Druck zeigt sich, wie stark Entscheidungen von Emotionen beeinflusst werden und welchen langfristigen Einfluss dies auf die Altersvorsorge haben kann.

 

4. Honorarberatung für jeden geeignet?

Viele Menschen verzichten bewusst auf Beratung und eignen sich ihr Finanzwissen eigenständig an. Bücher, Podcasts, Videos und Artikel bieten dafür heute zahlreiche Möglichkeiten. Dieser Weg ist legitim.

Gleichzeitig erreichen uns hin und wieder Anfragen von Personen, bei denen im Verlauf der Gespräche deutlich wird, dass unsere Form der Honorarberatung nicht passend ist oder nicht den Erwartungen entspricht. Im Folgenden möchten wir einige dieser Typen aus unserem Beratungsalltag vorstellen. Nicht als Bewertung, sondern als ehrliche Einordnung, wann eine Honorarberatung sinnvoll ist und wann eher nicht.

 

4.1 Selbstentscheider (do it yourself Anleger)

Ein kleiner Teil unserer Anfragen kommt von Menschen, die sehr bewusst den Weg des Selbermachens gewählt haben. Sie lesen viel, hören Podcasts, verfolgen Märkte und möchten ihre finanziellen Entscheidungen eigenständig treffen. In den Gesprächen wird schnell deutlich, dass diese Personen keine Begleitung suchen, sondern eher Bestätigung für den eigenen Ansatz.

Diese Haltung ist grundsätzlich legitim. Wer bereit ist, Zeit zu investieren, sich intensiv mit Finanzthemen auseinanderzusetzen und Verantwortung für eigene Entscheidungen zu übernehmen, kann diesen Weg gehen.

In der Praxis zeigt sich jedoch auch, dass häufig zentrale Bausteine fehlen. Ein klarer Gesamtplan in Bezug auf Ruhestandsplanung. Eine realistische Einschätzung der eigenen Risikotragfähigkeit. Die Einbindung von Steuern, Inflation und langfristiger Liquiditätsplanung.
In diesen Fällen entsteht selten eine Zusammenarbeit, weil der Wunsch nach Unabhängigkeit stärker ist als die Bereitschaft, Strukturen gemeinsam zu entwickeln.

 

4.2 Mehrrendite-Typ

Ein weiterer Typ begegnet uns regelmäßig in Erstgesprächen. Die Anfrage lautet dann sinngemäß: Wie viel Rendite kann ich bei Ihnen erwarten? Oft bestehen bereits Depots bei Banken oder anderen Anbietern. Verglichen werden vergangene Renditen, einzelne Fonds oder bestimmte Zeiträume. Ziel ist es, eine spürbare Mehrrendite zu erzielen.

Dieser Ansatz passt nicht zu unserer Arbeitsweise. Rendite ist für uns keine feste Größe, die versprochen oder kalkuliert werden kann. Sie entsteht immer im Zusammenhang mit Risiko, Strategie und Verhalten. Auffällig ist, dass bei diesen Anfragen häufig keine saubere Risikoeinschätzung vorliegt und die bestehenden Portfolios deutlich riskanter strukturiert sind, als es den Personen bewusst ist.

In guten Börsenphasen fühlt sich dieses Vorgehen meist richtig an. In schwächeren Phasen zeigt sich dann, dass kein Plan existiert und Entscheidungen stark emotional getroffen werden. In solchen Konstellationen kommt es bei uns in der Regel nicht zu einer Zusammenarbeit, weil Erwartung und Beratungsansatz nicht zusammenpassen.

 

4.3 Overconfidence-Typ

Besonders herausfordernd sind Anfragen von Personen, die ihre eigenen Fähigkeiten deutlich überschätzen und Teils auch dem Lager der „do it yourself Anleger“ zugeordnet werden können. Häufig liegen positive Kapitalmarkterfahrungen hinter ihnen. Die Märkte sind gestiegen, einzelne Investitionen liefen gut und gelegentlich wurde mit der Auswahl einzelner Aktien sogar eine Mehrrendite erzielt. So entsteht das Gefühl, den Markt verstanden zu haben.

Ein Fall aus unserer Praxis ist uns besonders in Erinnerung geblieben. Ein Kunde Mitte 70 hatte über viele Jahre in Einzelaktien investiert, zuletzt mit Unterstützung eines bekannten Investmenthauses. Erst als mehrere Aktienpositionen mehr als 40 % verloren, kam die Unsicherheit auf.

Das Kapital im mittleren sechsstelligen Bereich war für ihn existenziell, da er davon lebte und einen Teil seiner Rente bestritten hat. Einen Auszahlplan oder eine strukturierte Ruhestandsplanung gab es jedoch nicht. Es wurde immer wieder etwas verkauft, wenn kurzfristig Geld benötigt wurde. Eine Risikoprofilierung wurde ebenfalls nie durchgeführt. Über persönliche Ziele und Wünsche wurde nie gesprochen.

Im Gespräch wurde deutlich, dass das eingegangene Risiko deutlich höher war, als es zu seiner Lebenssituation passte.

Die Situation, dass sein Kapital zwischenzeitlich knapp 40 % an Wert verloren hatte, belastete ihn stark. Überlegungen wie: verkaufen und Verluste realisieren oder abwarten und hoffen kreisten immer wieder in seinem Kopf. Diese Unsicherheit zog sich über Wochen und ging mit spürbarem Druck einher.

In einem gemeinsamen Gespräch stellten wir viele Fragen, um uns ein klares Bild seiner Situation zu verschaffen, und erläuterten ihm unseren Beratungsansatz. Keine schnellen Antworten auf Fragen wie „soll ich verkaufen oder nicht“, sondern zunächst Struktur schaffen. Ziele klären. Situation verstehen. Einen belastbaren Plan entwickeln.

Dieses Vorgehen sagte ihm zu und er war sichtbar erleichtert, erstmals einen klaren Weg vor Augen zu haben. Doch danach kam zunächst…nichts!

Da sich die Märkte kurze Zeit später erholten, meldete sich der Kunde nicht mehr. Auf Nachfrage teilte er mit, dass eine Zusammenarbeit nun nicht mehr in Frage komme.

Genau das zeigt, wie stark Emotionen Anlageentscheidungen beeinflussen. Wir hoffen, dass unser Gespräch zumindest dazu beigetragen hat, dass er sich intensiver mit seiner Finanzstruktur auseinandersetzt und einen Plan entwickelt, denn die nächste Krise wird kommen, wann auch immer.

Am Ende bleibt die Frage die man sich selbst stellen muss: Möchte man mit solchen Situationen im Ruhestand leben oder möchte man gelassen und planbar diese Lebensphase genießen?

5. Mehrwert einer Honorarberatung

Nachdem wir die Kosten der Honorarberatung erläutert und an mehreren Stellen bereits auf Nutzenaspekte hingewiesen haben, richten wir den Fokus zum Abschluss noch einmal prägnant auf den Mehrwert.

  • Mehrwert durch Unabhängigkeit und bessere Entscheidungen
    Entscheidungen orientieren sich an deinen Zielen und nicht an Produkt oder Provisionsinteressen
  • Mehrwert durch einen rationalen Sparringspartner
    Einordnung und Ruhe in unsicheren Marktphasen statt emotionalem Aktionismus
  • Mehrwert durch Klarheit, einen tragfähigen Plan und innere Ruhe
    Ein klarer Finanz- und Ruhestandsplan schafft Orientierung und Vertrauen, auch wenn sich Märkte oder Lebensumstände verändern
  • Mehrwert durch gewonnene Lebenszeit
    Finanzielle Klarheit entlastet den Alltag und schafft Freiraum für Familie, Freizeit und persönliche Interessen.

Aus unserer Sicht kann Honorarberatung als eine Investition in die eigene Lebensgestaltung verstanden werden. Sie gibt keine Antworten oder Wege vor, sondern hilft, die richtigen Fragen zu stellen und Entscheidungen zu treffen, die zum eigenen Leben passen.

 

6. Fazit

Wie dieser Artikel gezeigt hat, bestehen die Kosten einer Honorarberatung nicht nur aus Honoraren. Ebenso relevant, wenn nicht sogar relevanter, sind die indirekten Kosten, die durch Unsicherheit, Aufschieben, emotionale Fehlentscheidungen oder eine falsche Risikoeinschätzung entstehen können. Gerade diese Kosten bleiben häufig unbeachtet, wirken jedoch langfristig besonders stark.

Unser Artikel zeigt zudem, dass Honorarberatung nicht für jeden sinnvoll und auch nicht in jeder Lebensphase notwendig ist. Wer seine Finanzentscheidungen eigenständig treffen möchte und bereit ist, Verantwortung, Zeit und emotionale Belastung selbst zu tragen, kann diesen Weg gehen. Für andere bietet die Honorarberatung Struktur, Orientierung und einen unabhängigen Rahmen, um Entscheidungen nicht allein treffen zu müssen.

Am Ende geht es bei der Inanspruchnahme einer Honorarberatung weniger um einzelne Produkte oder Renditezahlen, sondern um die Frage, wie man mit seinem Vermögen leben möchte. Honorarberatung ist keine Garantie für bessere Ergebnisse, aber eine bewusste Entscheidung für Struktur, Reflexion und langfristige Gelassenheit.
Wenn dir unser Ansatz zusagt und du dich an der einen oder anderen Stelle wiedergefunden hast, melde dich gerne über unser Kontaktformular bei uns und vereinbare ein kostenfreies Erstgespräch.

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