
Besonders zum Jahresende erreichen uns zahlreiche Anfragen aus dem gesamten Bundesgebiet zur Rürup-Rente. Auffällig oft kommen sie von angehenden Eltern, die noch im laufenden Jahr gezielt ihr zu versteuerndes Einkommen senken möchten. Der Grund ist fast immer derselbe: die Einkommensgrenze beim Elterngeld. Wird sie überschritten, entfällt der Anspruch vollständig. Da es dabei schnell um mehrere Tausend Euro geht, lohnt sich für viele Familien ein genauerer Blick.
Genau hier kommt die Rürup-Rente, auch Basisrente genannt, ins Spiel. Ihre Beiträge lassen sich steuerlich geltend machen und können so das zu versteuernde Einkommen senken. Was nach einer eleganten Lösung klingt, will jedoch gut durchdacht sein, denn die Basisrente bringt neben Vorteilen auch einige Eigenheiten mit sich, die man vor einem Abschluss kennen sollte. In diesem Beitrag zeigen wir dir, wie die Einkommensgrenze beim Elterngeld funktioniert, welche Rolle die Rürup-Rente dabei spielen kann, worauf du achten solltest und was es mit kostengünstigen Honorartarifen auf sich hat.
Hinweis vorab: Dieser Artikel dient der allgemeinen Aufklärung und ersetzt keine individuelle Steuerberatung. Ob und in welchem Umfang eine Maßnahme dein zu versteuerndes Einkommen senkt, hängt von deiner persönlichen Situation ab und sollte immer mit deinem Steuerberater abgestimmt werden.
1. Kurz erklärt: Was ist die Rürup-Rente?
Bevor wir zum Zusammenhang mit dem Elterngeld kommen, ein kurzer Einstieg für alle, die mit dem Begriff bisher wenig anfangen können. Die Rürup-Rente, offiziell als Basisrente bezeichnet, ist eine staatlich geförderte Form der privaten Altersvorsorge. Ihr zentrales Merkmal sind die eingezahlten Beiträge, die sich im Rahmen der gesetzlichen Höchstbeträge als Sonderausgaben absetzen lassen und dadurch dein zu versteuerndes Einkommen senken. Im Gegenzug wird die spätere Rente vollständig versteuert, was man als nachgelagerte Besteuerung bezeichnet. Anders als bei vielen anderen Vorsorgeformen ist das angesparte Kapital zudem nicht frei verfügbar. Es wird ausschließlich als lebenslange monatliche Rente ausgezahlt und kann nicht auf einen Schlag entnommen werden.
Genau diese Eigenschaften machen die Rürup-Rente einerseits zu einem wirksamen Steuerinstrument und andererseits zu einem Baustein, den man sich gut überlegen sollte. Eine ausführliche Einordnung, ab wann sich eine Basisrente lohnt, findest du in unserem Beitrag „Rürup-Rente, ab welchem Einkommen lohnt es sich?".
2. Die 175.000-€-Grenze richtig verstehen
Damit überhaupt ein Anspruch auf Elterngeld besteht, darf ein bestimmtes Einkommen nicht überschritten werden. Seit dem 1. April 2025 und damit auch im gesamten Jahr 2026 gilt eine einheitliche Grenze von 175.000 € pro Jahr, für Paare wie für Alleinerziehende. Maßgeblich ist der Geburtstermin des Kindes sowie das zu versteuernde Einkommen im Kalenderjahr vor der Geburt. Wird ein Kind 2026 geboren, kommt es also auf das Einkommen aus 2025 an. Dieser Zeitbezug wird später noch wichtig.
2.1 Warum das Bruttoeinkommen nicht entscheidend ist
Viele angehende Eltern vergleichen ihr Bruttogehalt mit der Grenze von 175.000 €. Entscheidend ist jedoch nicht das Brutto, sondern das zu versteuernde Einkommen.
Der Unterschied ist erheblich, denn vom Bruttoeinkommen werden zunächst Positionen wie Werbungskosten, Sonderausgaben, Vorsorgeaufwendungen und Freibeträge abgezogen. Wie groß der Abstand sein kann, zeigt eine Beispielrechnung des Bundesfamilienministeriums. Demnach entspricht ein zu versteuerndes Einkommen von 175.000 € bei einem kinderlosen Ehepaar einem Bruttoeinkommen von rund 207.000 €. Ein Paar kann also brutto über 200.000 € verdienen und trotzdem unter der Grenze liegen. Für Alleinerziehende fällt dieser Vergleichswert niedriger aus, da der Vorteil der gemeinsamen Veranlagung entfällt (BMFSFJ).
Wer scheinbar über der Grenze liegt, sollte deshalb zuerst sein tatsächliches zu versteuerndes Einkommen ermitteln, bevor er über Maßnahmen wie eine Rürup-Rente nachdenkt.
2.2 Eine harte Grenze, kein Freibetrag
Die sogenannte Elterngeldgrenze ist keine Auslegungssache. Bei einem zu versteuernden Einkommen von 174.999 € besteht voller Anspruch, bei 175.001 € entfällt er vollständig. Da das Elterngeld über die gesamte Bezugsdauer bis zu 25.200 € ausmachen kann, entscheidet diese kleine Differenz über eine erhebliche Summe. Genau diese Unverhältnismäßigkeit ist der Grund, warum sich eine gezielte Steuerplanung hier so stark lohnt. Und genau hier kommt die Rürup-Rente als mögliches Werkzeug ins Spiel, womit wir beim nächsten Kapitel sind.
3. Wie die Rürup-Rente das zu versteuernde Einkommen senken kann
Der Mechanismus ist im Kern einfach. Die Beiträge in eine Rürup-Rente gelten als Altersvorsorgeaufwendungen und mindern als Sonderausgaben dein zu versteuerndes Einkommen. Da genau dieses beim Elterngeld die entscheidende Größe ist, kann man es mit einer gezielten Einzahlung drücken. Wer also knapp über den 175.000 € liegt, rutscht durch eine Rürup-Einzahlung unter Umständen wieder darunter. Besonders wirkungsvoll ist dabei eine Einmalzahlung in die Rürup-Rente, mit der sich das zu versteuernde Einkommen gezielt im gewünschten Jahr senken lässt.
Ganz unbegrenzt geht das jedoch nicht. Für 2026 lassen sich maximal 30.826 € für Alleinstehende und 61.652 € für gemeinsam veranlagte Ehepaare als Altersvorsorgeaufwendungen absetzen, bis zu dieser Grenze zu 100 %. Wie sich dieser Höchstbetrag der Rürup-Rente im Detail zusammensetzt, haben wir in einem eigenen Beitrag mit mehreren Rechenbeispielen dargestellt.
Entscheidend und oft übersehen ist dabei ein weiterer Punkt. Dieser Höchstbetrag umfasst die gesamte Basisversorgung. Bereits gezahlte Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung, sowohl dein eigener Anteil als auch der deines Arbeitgebers, werden also angerechnet. Bei Angestellten ist ein Großteil des Rahmens dadurch häufig schon ausgeschöpft, sodass der frei nutzbare Spielraum kleiner ausfällt, als die Höchstbeträge vermuten lassen.
4. Praxisbeispiel: Reicht die Rürup-Rente aus, um unter die Grenze zu kommen?
Damit das Zusammenspiel aus gesetzlicher Rentenversicherung und Rürup-Höchstbetrag greifbar wird, schauen wir uns einen typischen Fall an, ein verheiratetes, gemeinsam veranlagtes Paar, bei dem beide angestellt sind und gut verdienen. Im Jahr 2026 werden Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung bis zu einer Beitragsbemessungsgrenze von 101.400 € fällig, bei einem Beitragssatz von 18,6 %.
Verdienen beide Partner oberhalb dieser Grenze, zahlt jeder rund 18.860 € pro Jahr in die gesetzliche Rentenversicherung ein, inklusive Arbeitnehmer- und Arbeitgeberanteil, zusammen also rund 37.720 €. Dieser Betrag wird auf den gemeinsamen Rürup-Höchstbetrag von 61.652 € (2026) angerechnet. Es bleibt damit ein freier Spielraum von rund 23.930 €, der zusätzlich in eine Rürup-Rente eingezahlt und steuerlich geltend gemacht werden kann.
Szenario 1: Die Senkung reicht nicht aus
Liegt das gemeinsame zu versteuernde Einkommen bei 202.000 € (wichtig, nicht das Bruttoeinkommen), müsste es um 27.000 € sinken, um unter die Grenze von 175.000 € zu kommen. Der freie Spielraum von rund 23.930 € reicht dafür nicht aus. Trotz maximaler Einzahlung bliebe das Paar über der Grenze und ohne Anspruch.
Szenario 2: Die Rechnung geht auf
Liegt das gemeinsame zu versteuernde Einkommen dagegen bei 195.000 €, sind 20.000 € Senkung nötig. Das lässt sich mit dem freien Spielraum vollständig über die Rürup-Rente abdecken. Das Paar rutscht unter die Grenze und sichert sich den vollen Anspruch des Elterngeldes.
5. Warum die Rürup-Rente nur ein Baustein der Planung ist
So verlockend der Elterngeld-Effekt ist, er sollte nie der alleinige Grund für den Abschluss einer Rürup-Rente sein. Denn die Basisrente ist eine langfristige, unwiderrufliche Entscheidung, das Elterngeld dagegen eine einmalige Leistung über wenige Monate. Einen Vertrag über Jahrzehnte allein für einen kurzfristigen Anspruch abzuschließen, wäre also der falsche Ansatz. Die richtige Frage lautet daher nicht nur, ob die Einzahlung das Elterngeld rettet, sondern ob eine Rürup-Rente ohnehin zu deiner Vorsorgeplanung passt. Wenn ja, ist der Elterngeld-Effekt ein schöner Zusatznutzen. Ihre Stärke entfaltet die Basisrente zudem vor allem dann, wenn dein Steuersatz heute hoch ist und im Ruhestand niedriger ausfällt. Welche Faktoren dabei eine Rolle spielen, beleuchten wir im Beitrag „Rürup-Rente, ab welchem Einkommen lohnt es sich?".
Unser Rat aus der Praxis lautet deshalb, die Altersvorsorge auf mehrere Standbeine zu stützen. Die Rürup-Rente kann ein sinnvoller, sicherer Baustein sein, sollte aber idealerweise durch flexiblere Bausteine wie ein Wertpapierdepot ergänzt werden.
6. Kosten im Blick: Warum sich ein Honorartarif lohnt
In den Medien wird die Rürup-Rente immer wieder kritisch bewertet. Der häufigste Kritikpunkt betrifft die Kosten, denn viele Tarife sind mit hohen Abschluss- und Vertriebskosten belastet, die einen erheblichen Teil der möglichen Rendite aufzehren. Was in dieser Diskussion allerdings selten Beachtung findet, ist ein Lösungsansatz, der genau hier ansetzt: die honorarbasierte Beratung.
Sie kommt ohne Provisionen aus und ermöglicht den Abschluss von Nettopolicen, die weder Abschlusskosten noch überhöhte Vertriebskosten enthalten. Der Effekt erzeugt langfristig einen erheblichen Mehrwert beim Verbrauch, denn je geringer die Kosten ausfallen, desto besser kann sich deine Einzahlung über die Jahre entwickeln. Wer sich für eine Rürup-Rente entschieden hat, steht anschließend vor der nächsten wichtigen Entscheidung: der Wahl des passenden Tarifs. Denn die Unterschiede zwischen den Anbietern sind erheblich, vor allem bei der Wahl zwischen Bruttopolice und Nettopolice.
Bei einer klassischen Bruttopolice (Provisionstarifen) werden die Abschluss- und Vertriebskosten über deine Beiträge finanziert und schmälern dein Kapital von Beginn an. Eine Nettopolice, auch Honorartarif genannt, kommt dagegen ohne diese Kosten aus. Stattdessen bezahlst du die Beratung direkt über ein transparentes Honorar. Den Unterschied beider Modelle haben wir im Beitrag Nettopolice vs. Bruttopolice erklärt.
Was das ausmacht, zeigt sich an der späteren Rente. Da bei der Rürup-Rente keine Kapitalauszahlung möglich ist, sondern ausschließlich eine lebenslange Rente gezahlt wird, wirkt sich jeder eingesparte Kostenpunkt unmittelbar auf deine monatliche Rentenhöhe aus. Im Rahmen unserer Beratung erstellen wir dazu eine finanzmathematische Analyse, mit der sich die Effektivkosten verschiedener Anbieter objektiv vergleichen lassen. So wird sichtbar, welcher Honorartarif als Nettopolice unter Berücksichtigung von Kosten und Rentenfaktor langfristig wirklich leistungsstark ist.
7. Für wen dieser Ansatz besonders interessant ist
Nicht für jede Familie ist die Rürup-Rente zur Sicherung des Elterngeldes gleichermaßen sinnvoll. Aus unserer Beratungspraxis lassen sich aber einige Konstellationen erkennen, in denen sie besonders gut passt.
Interessant ist sie vor allem für Paare und Einzelpersonen, deren zu versteuerndes Einkommen nur knapp über der Grenze von 175.000 € liegt. Hier ist der nötige Senkungsbetrag oft klein genug, um vollständig in den freien Rürup-Spielraum zu passen. Ebenso sinnvoll ist der Ansatz für alle, die ohnehin über eine zusätzliche Altersvorsorge nachdenken, sodass sich der langfristige Aufbau mit dem kurzfristigen Steuervorteil verbindet.
Besonders attraktiv ist die Basisrente zudem für Personen, die sich Flexibilität offenhalten möchten. So lässt sich nicht nur eine einmalige Sonderzahlung leisten, etwa gezielt zum Jahresende, sondern der Vertrag kann anschließend ganz unterschiedlich weitergeführt werden, wahlweise mit laufenden Beiträgen, mit weiteren Sonderzahlungen in künftigen Jahren oder zunächst ganz ohne weitere Einzahlungen. Damit eignet sich die Rürup-Rente auch für alle, die ihr zu versteuerndes Einkommen je nach Situation Jahr für Jahr neu steuern möchten.
8. Wo du eine gute, kostengünstige und transparent beratene Rürup-Rente bekommst
Ob sich eine Rürup-Rente in deinem Fall lohnt und welcher Tarif wirklich leistungsstark ist, lässt sich nur individuell beantworten. Genau hier setzt unsere Arbeit an. Wir beraten dich dabei provisionsfrei und ausschließlich in deinem Interesse, denn unsere Vergütung erfolgt allein über ein transparentes Honorar und nicht über versteckte Abschlusskosten im Produkt.
Für die Rürup-Rente bedeutet das konkret, dass wir mit kostengünstigen Nettopolicen arbeiten und die infrage kommenden Anbieter mithilfe einer finanzmathematischen Analyse objektiv vergleichen. So erkennst du schwarz auf weiß, welcher Tarif unter Berücksichtigung von Kosten und Rentenfaktor langfristig am meisten für dich herausholt. Die Beratung erfolgt flexibel und ortsunabhängig per Videokonferenz, sodass wir dich deutschlandweit begleiten können. Wenn du wissen möchtest, ob eine Rürup-Rente in deiner Situation sinnvoll ist und wie sie sich auf deinen Elterngeldanspruch auswirkt, vereinbare gerne ein kostenfreies und unverbindliches Erstgespräch. Gerade gegen Jahresende erreichen uns hierzu viele Anfragen, weshalb sich eine frühzeitige Terminbuchung lohnt.
9. Fazit: Rürup-Rente, Elterngeld und Steuerplanung richtig verbinden
Es gibt durchaus Möglichkeiten, sich trotz hohem Einkommen den Anspruch auf Elterngeld zu sichern. Die Rürup-Rente ist dabei eines der wirksamsten Werkzeuge, weil ihre Beiträge als Sonderausgaben das zu versteuernde Einkommen senken und dich so unter die entscheidende Grenze bringen können. Daneben existieren weitere Stellschrauben, die sich je nach Situation ergänzend nutzen lassen.
So verlockend dieser Effekt ist, beim Abschluss kommt es ganz entscheidend auf den richtigen Tarif an. Denn viele Rürup-Verträge sind mit hohen Abschluss- und Vertriebskosten belastet, die einen erheblichen Teil deiner Einzahlung aufzehren und sich über die gesamte Laufzeit auf deine spätere Rente auswirken. Wer hier vorschnell den erstbesten Vertrag wählt, verschenkt langfristig oft mehr, als er kurzfristig beim Elterngeld gewinnt. Ein kostengünstiger Honorartarif als Nettopolice ist deshalb der entscheidende Punkt, auf den du unbedingt achten solltest.
Unser Rat lautet daher, die Sache nicht überstürzt anzugehen, sondern Elterngeld, Steuerplanung und Altersvorsorge gemeinsam und transparent zu betrachten. Genau dabei begleiten wir dich gerne. Vereinbare einfach ein kostenfreies und unverbindliches Erstgespräch.
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