
Da sich unsere Einblicke in echte Kundenfälle großer Beliebtheit erfreuen, greifen wir auch in diesem Artikel darauf zurück. Vor Kurzem erreichte uns die Anfrage eines Angestellten Ende 40 aus Süddeutschland, der vor allem auf der Suche nach Orientierung war. Der Fokus lag dabei auf der Frage, wie er später seinen Ruhestand gestalten kann und an welchen Stellschrauben er dafür heute schon drehen sollte.

Im Zuge dessen haben wir uns sein Depot bei der Sparkasse mit zahlreichen Deka Fonds sowie mehrere private Rentenversicherungen angeschaut.
Besonderes Augenmerk lag auf den Deka Fonds. Hier hatte er recht viel Geld investiert, ohne dass eine große Beratung stattgefunden hatte. Einen Finanzplan gab es nicht.
Bei ihm bestanden viele Fragen, aber auch ein klarer Wunsch. Er wollte einen Finanzplan und eine Bewertung seiner Geldanlagen. Bevor wir dich mitnehmen, wie wir vorgegangen sind, schauen wir uns jedoch zuerst den Deka Industrie 4.0 genauer an, in den der Kunde bereits nicht unwesentlich Geld investiert hatte.
1. Die wichtigsten Fakten zum Deka Industrie 4.0 CF
- Fondsart: aktiv gemanagter weltweiter Aktienfonds mit Fokus auf Digitalisierung, Automatisierung und die 4. industrielle Revolution
- ISIN und WKN: LU1508359509 und DK2J9F, Anbieter ist die Deka International S.A.
- Auflage: 20. Dezember 2016, Fondsvolumen rund 7 Mrd. €
- Kosten: rund 1,50 % Verwaltungs- und Betriebskosten pro Jahr (TER), zusätzlich rund 0,27 % Transaktionskosten und bis zu 3,75 % Ausgabeaufschlag beim Kauf
- Portfolio: rund 95 Einzelwerte, Top 10 rund 45 %, Technologieanteil rund 60 %
- Benchmark: keine offizielle Benchmark, das Fondsmanagement wählt die Aktien frei aus
- Wertentwicklung: seit Auflegung rund 182 %, über 3 und 5 Jahre hinter dem MSCI World ETF
- Vergleichsmaßstab in diesem Artikel: Deka MSCI World UCITS ETF mit rund 0,31 % laufenden Kosten
Auf den ersten Blick wirkt der Fonds damit durchaus attraktiv. Gerade die langfristige Entwicklung und bekannte Unternehmen wie NVIDIA, Amazon oder Microsoft fallen positiv auf. Für eine Bewertung reicht dieser Blick jedoch nicht aus. Entscheidend ist, wie der Fonds tatsächlich investiert, wie konzentriert das Portfolio ist und ob die vergleichsweise hohen Kosten durch eine entsprechende Wertentwicklung gerechtfertigt wurden.
Genau darauf schauen wir im nächsten Kapitel.
2. Was ist der Deka Industrie 4.0 und wie investiert der Fonds
Der Deka Industrie 4.0 ist ein aktiv gemanagter Aktienfonds. Ziel des Fonds ist es, weltweit in Unternehmen zu investieren, die nach Einschätzung des Fondsmanagements besonders von der sogenannten 4. industriellen Revolution profitieren. Dazu gehören beispielsweise Digitalisierung, Automatisierung, künstliche Intelligenz, Halbleiter und Software.
Der Name Industrie 4.0 kann dabei etwas täuschen. Denn heute steckt der größte Teil des Fonds nicht in klassischen Industrieunternehmen, sondern in Technologieunternehmen. Aktuell entfallen rund 60 % des Fonds auf den Technologiesektor. Industrieunternehmen machen weitere rund 17 % aus. Danach folgen unter anderem Einzelhandel mit rund 8 % und Pharma mit rund 6 %.
2.1 In welche Unternehmen investiert der Deka Industrie 4.0
Auch bei den größten Einzelpositionen zeigt sich der starke Fokus auf Technologie.
Zu den größten Unternehmen gehören aktuell Amazon mit rund 7,4 %, NVIDIA mit 6,6 %, Alphabet mit 6,4 %, ASML mit 5,6 % und Taiwan Semiconductor mit 5,3 %. Hinzu kommen unter anderem Microsoft, Samsung, Meta und Palo Alto Networks. Stand ist der 31.08.2026.
Für die Bewertung des Fonds ist es wichtig zu wissen, wie stark einzelne Unternehmen gewichtet sind.
Allein die 5 größten Positionen machen zusammen rund 31 % des Fonds aus. Die 10 größten Unternehmen kommen auf rund 45 %. Damit hängt ein erheblicher Teil der Wertentwicklung von vergleichsweise wenigen Unternehmen ab.
Insgesamt hält der Fonds nur rund 95 Aktien. Ein MSCI World ETF, der häufig als Vergleichsindex herangezogen wird, enthält dagegen rund 1.250 Unternehmen. Wenige Positionen und ein hoher Anteil der 10 größten Unternehmen bedeuten für dich ein höheres Risiko.
Entwickeln sich einzelne große Positionen oder der Technologiesektor schwach, spürst du das im Fonds deutlich stärker als bei einer breiten weltweiten Aktienanlage.
2.2 Wie breit ist der Fonds wirklich gestreut?
Auf den ersten Blick investiert der Deka Industrie 4.0 weltweit in unterschiedliche Unternehmen. Durch den hohen Technologieanteil und die starke Gewichtung einzelner Aktien ist das Portfolio jedoch deutlich konzentrierter als ein breit gestreuter weltweiter Aktienfonds.
Das wird besonders relevant, wenn du neben dem Deka Industrie 4.0 noch weitere Aktienfonds besitzt.
Viele Anleger haben bei ihrer Sparkasse über die Jahre mehrere unterschiedliche Deka Fonds gekauft. Das zeigen unsere Beratungsanfragen deutlich. So auch unser Kunde im Beispielfall. Dadurch entsteht schnell der Eindruck einer breiten Streuung. Tatsächlich können sich die größten Unternehmen innerhalb der Fonds jedoch überschneiden.
Besitzt du beispielsweise zusätzlich einen weltweiten Aktienfonds, können Unternehmen wie Microsoft, NVIDIA, Amazon oder Alphabet dort ebenfalls zu den größten Positionen gehören. Für dich ist deshalb nicht nur entscheidend, wie der Deka Industrie 4.0 für sich genommen aufgestellt ist. Wichtiger ist die Frage, welche Risiken und Überschneidungen in deinem gesamten Depot entstehen.
Wie groß diese Überschneidungen bei dir sind, prüfen wir gerne gemeinsam mit dir. Melde dich dafür über unser Kontaktformular und vereinbare ein kostenfreies Erstgespräch.
2.3 Hat der Fonds eine Benchmark?
Viele aktive Fonds messen sich an einem Vergleichsindex, der sogenannten Benchmark. Daran erkennst du, ob das Fondsmanagement mit seiner Auswahl tatsächlich einen Mehrwert schafft. Der Deka Industrie 4.0 weist keine offizielle Benchmark aus. Das Fondsmanagement wählt die Aktien frei aus und orientiert sich an keinem Index.
Der Grund liegt in der Strategie. Für ein Thema wie Industrie 4.0 gibt es keinen etablierten Index, der genau diese Auswahl abbildet. Das gibt dem Fondsmanagement viel Freiheit.
Für dich hat das aber einen Nachteil. Ohne Benchmark kannst du nur schwer beurteilen, ob das Fondsmanagement gute Arbeit leistet oder ob der Fonds einfach vom allgemeinen Technologieboom profitiert. Auch das Risiko lässt sich schwerer einordnen, weil der Fonds stark vom breiten Markt abweichen darf.
Wir vergleichen den Fonds deshalb später mit dem MSCI World. Er ist keine offizielle Benchmark, zeigt aber, was eine einfache weltweite Aktienanlage im gleichen Zeitraum erreicht hätte. Im nächsten Schritt schauen wir deshalb auf einen weiteren wichtigen Punkt des Fonds, die Kosten.
3. Was kostet der Deka Industrie 4.0?
Die Kosten gehören aus unserer Sicht zu den Punkten, die du bei der Bewertung des Deka Industrie 4.0 unbedingt berücksichtigen solltest. Das ist auch einer der häufigsten Kritikpunkte bei aktiv gemanagten Fonds und somit auch bei den Deka Fonds.
3.1 Ausgabeaufschlag
Beim Kauf des Deka Industrie 4.0 können bis zu 3,75 % Einstiegskosten, der sogenannte Ausgabeaufschlag, anfallen. Bei einer Einmalanlage von 100.000 € wären das 3.750 €. Tatsächlich investiert würden in diesem vereinfachten Beispiel somit zunächst nur 96.250 €. Der Ausgabeaufschlag ist nicht in der Wertentwicklung enthalten. Das ist ein Punkt, den viele übersehen.
Auch bei einem Sparplan können entsprechende Kosten auf die einzelnen Einzahlungen anfallen. Ob und in welcher Höhe der Ausgabeaufschlag tatsächlich berechnet wurde, hängt allerdings vom jeweiligen Vertriebsweg und den individuellen Konditionen ab. Hin und wieder sehen wir in unseren Beratungen, dass Rabatte gewährt wurden. Daher können wir keine pauschale Aussage dazu treffen, ob diese Kosten auch in deinem Fall angefallen sind.
3.2 Laufende Kosten
Deutlich wichtiger sind langfristig meist die laufenden Kosten. Mit rund 1,50 % Verwaltungs- und Betriebskosten (TER, Total Expense Ratio) sowie aktuell rund 0,27 % Transaktionskosten liegt der Deka Industrie 4.0 für einen aktiv gemanagten Fonds im überdurchschnittlich teuren Bereich.
Die Deka bucht die laufenden Kosten nicht separat von deinem Konto ab, sondern entnimmt sie direkt dem Fondsvermögen. Sie sind in der veröffentlichten Wertentwicklung bereits enthalten.
Bei einem aktiv gemanagten Fonds solltest du dir die Frage stellen, ob das Fondsmanagement die höheren Kosten langfristig durch eine bessere Wertentwicklung ausgleichen kann. Dabei musst du auch das Risiko berücksichtigen. Wie wir bereits gesehen haben, ist die Streuung im Fonds recht gering, sodass du einem höheren Risiko ausgesetzt bist.
3.3 Was bedeuten die Kosten langfristig?
Wie stark sich ein Kostenunterschied langfristig auswirken kann, zeigt ein vereinfachtes Beispiel. Du investierst einmalig 100.000 € und beide Anlagen erzielen vor Kosten eine Rendite von 6 % pro Jahr.
Beim Deka Industrie 4.0 berücksichtigen wir 3,75 % Einstiegskosten sowie rund 1,77 % laufende Kosten pro Jahr. Beim Vergleichs-ETF, dem Deka MSCI World UCITS ETF, rechnen wir mit rund 0,31 % laufenden Kosten (0,30 % TER und 0,01 % Transaktionskosten) und ohne Einstiegskosten. Nach 20 Jahren würden sich daraus vereinfacht rund 220.000 € beim Deka Fonds und rund 302.000 € beim ETF ergeben.
Die Differenz liegt bei rund 82.000 €. Diese Rechnung bedeutet ausdrücklich nicht, dass ein ETF zukünftig automatisch besser abschneiden wird. Sie zeigt lediglich, welchen Einfluss Kosten über einen langen Zeitraum haben können. Damit sich die höheren Kosten des Deka Industrie 4.0 für dich lohnen, muss das Fondsmanagement langfristig einen entsprechenden Mehrwert erwirtschaften.
Im nächsten Kapitel schauen wir deshalb darauf, wie gut das in der Vergangenheit gelungen ist.
4. Wie gut war der Deka Industrie 4.0 wirklich?
Die bisherige Wertentwicklung des Deka Industrie 4.0 kann sich auf den ersten Blick durchaus sehen lassen.
4.1 Die Wertentwicklung der vergangenen Jahre
Über die vergangenen fünf Jahre erzielte der Fonds rund 30,0 %. Über drei Jahre waren es rund 47,4 % und im letzten Jahr rund 14,9 %. Stand ist jeweils der 09.09.2026. Seit seiner Auflage Ende 2016 erzielte der Fonds bis September 2026 eine Wertentwicklung von rund 182 %. Aus 100.000 € wären damit vor persönlichen Steuern und möglichen Einstiegskosten rund 282.000 € geworden.
Gerade die fünf Jahre zeigen, wie unterschiedlich die einzelnen Jahre verlaufen können. Zwischen September 2021 und September 2022 verlor der Fonds rund 23,5 %, in den folgenden Jahren legte er dagegen wieder deutlich zu.
Solche Schwankungen sind bei einem Aktienfonds nichts Ungewöhnliches. Beim Deka Industrie 4.0 kommt allerdings hinzu, dass der Fonds stark auf Technologie und einzelne große Unternehmen konzentriert ist.
4.2 Vergleich mit einem weltweiten Aktien ETF
Als Vergleich schauen wir uns den Deka MSCI World UCITS ETF an. Dieser investiert deutlich breiter und verfolgt keine spezielle Industrie 4.0 Strategie. Der Vergleich hinkt deshalb etwas. Er zeigt aber sehr gut, was ein Anleger mit einer einfachen weltweiten Aktienanlage im gleichen Zeitraum erreicht hätte. Über die vergangenen fünf Jahre erzielte der Deka MSCI World ETF rund 72,4 %. Der Deka Industrie 4.0 kam im gleichen Zeitraum auf rund 30,0 %.
Auch über drei Jahre liegt der Unterschied deutlich auseinander. Der Deka Industrie 4.0 erzielte rund 47,4 %, der MSCI World ETF rund 59,7 %. Besonders interessant ist das Risiko. Die Volatilität des Deka Industrie 4.0 lag über die vergangenen drei Jahre bei rund 20,3 %. Beim Deka MSCI World ETF waren es rund 11,6 %. Der Fonds schwankte also stärker und erzielte gleichzeitig eine geringere Wertentwicklung.
4.3 Haben sich die höheren Kosten gelohnt?
Genau hier liegt aus unserer Sicht die entscheidende Frage. Ein aktiv gemanagter Fonds darf mehr kosten als ein ETF. Dann sollte das Fondsmanagement langfristig aber auch einen Mehrwert liefern. Zumindest über die vergangenen 3 und 5 Jahre ist das beim Deka Industrie 4.0 gegenüber einer einfachen weltweiten Aktienanlage nicht gelungen.
Das bedeutet nicht, dass der Fonds grundsätzlich schlecht ist oder zukünftig schlechter abschneiden muss. Wer bereits seit vielen Jahren investiert ist, kann heute deutliche Kursgewinne haben. Für uns wäre die bisherige Wertentwicklung aber kein überzeugender Grund, den Fonds allein wegen seiner Industrie 4.0 Strategie weiter zu besparen.
Wenn du den Fonds bereits besitzt, geht es nicht mehr nur um Rendite und Kosten, sondern auch um vorhandene Kursgewinne, mögliche Steuern und die Aufgabe des Fonds innerhalb deines gesamten Vermögens. Zuvor stellen wir den Deka Industrie 4.0 und den MSCI World noch einmal direkt gegenüber.
5. Deka Industrie 4.0 und MSCI World im direkten Vergleich
Im direkten Vergleich mit einem MSCI World ETF siehst du die Unterschiede auf einen Blick.

Der Deka Industrie 4.0 setzt auf deutlich weniger Unternehmen und ein bestimmtes Thema, der MSCI World bildet dagegen den Aktienmarkt der Industrieländer in seiner ganzen Breite ab. Zudem stecken im Fonds Unternehmen aus Schwellenländern wie Taiwan Semiconductor oder Samsung, die im MSCI World fehlen.
Daraus ergibt sich auch das höhere Risiko. Der Fonds hängt deutlich stärker von einzelnen Unternehmen und einer Branche ab, was sich auch in der höheren Volatilität zeigt. Bricht der Technologiesektor ein, trifft dich das im Deka Industrie 4.0 deutlich härter.
Eigentlich vergleichen wir dabei Äpfel mit Birnen. Der Deka Industrie 4.0 investiert in andere Unternehmen, andere Regionen und mit einer ganz anderen Gewichtung. Ein Themenfonds kann in einzelnen Phasen deutlich besser laufen als der breite Markt und in anderen Phasen deutlich schlechter.
Trotzdem ist der Vergleich aus unserer Sicht sinnvoll. Für dich zählt am Ende, ob du für die höheren Kosten und das höhere Risiko auch eine höhere Rendite bekommst als mit einer einfachen und günstigen Alternative. In den vergangenen drei und fünf Jahren war das nicht der Fall.
Wie du mit dem Fonds umgehst, wenn du ihn bereits besitzt, schauen wir uns im nächsten Kapitel an.
6. Du besitzt den Deka Industrie 4.0 bereits
Wenn du den Deka Industrie 4.0 bereits seit einigen Jahren im Depot hast, stellt sich vermutlich vor allem eine Frage.
Soll ich den Fonds behalten oder verkaufen?
Eine pauschale Antwort darauf gibt es aus unserer Sicht nicht, wie so häufig bei Finanzfragen. Neben den Kosten und der bisherigen Wertentwicklung spielen auch deine Kursgewinne, dein Anlagehorizont und die Frage eine Rolle, wann du das Geld später benötigst.
6.1 Deka Industrie 4.0 behalten
Es kann gute Gründe geben, den Fonds zunächst weiter zu halten.
Das gilt beispielsweise dann, wenn bereits hohe Kursgewinne entstanden sind. Hier solltest du prüfen, wie hoch die Steuern wären, die anfallen würden, und welche Alternative du beim Wiederinvestieren in den Fokus rückst. Gerne gehen wir diesen Weg auch mit dir gemeinsam. Melde dich dafür über unser Kontaktformular und vereinbare ein kostenfreies Erstgespräch.
Entscheidend ist dabei aber weniger die Frage, ob der Fonds in der Vergangenheit gut gelaufen ist. Viel wichtiger ist, welche Aufgabe er innerhalb deines Depots übernehmen soll.
Gerade bei mehreren Deka Fonds stellen wir in Beratungen immer wieder fest, dass über die Jahre verschiedene Fonds gekauft wurden, ohne dass dahinter eine klare Gesamtstrategie entstanden ist. Das Resultat ist dann recht häufig, dass der Fonds erst einmal weiter gehalten wird, obwohl man nicht genau weiß, was man damit erreichen möchte. Daher legen wir den Fokus auf die Beantwortung der folgenden Frage.
Wie soll dein Vermögen insgesamt aufgebaut sein und wofür möchtest du es später nutzen?
Wenn du diese zentrale Frage beantwortet hast, kannst du auch transparent darüber entscheiden, ob du den Fonds behältst oder nicht.
6.2 Deka Industrie 4.0 verkaufen
Recht häufig liest du in Foren im Internet oder auf Ratgeber- und Testseiten, dass du den Deka Industrie 4.0 einfach verkaufen und dafür einen ETF kaufen sollst. Auch dieses Vorhaben ist unserer Meinung nach deutlich zu kurz gedacht. Es beleuchtet deine individuelle Situation dabei in keiner Weise. Derartige pauschale Aussagen solltest du immer hinterfragen.
Nichtsdestotrotz kann ein Verkauf sinnvoll sein, wenn der Fonds beispielsweise nicht mehr zu deiner gewünschten Depotstruktur und deinem Risikoprofil passt. Das kann beispielsweise der Fall sein, wenn dein Depot insgesamt sehr stark auf Technologie ausgerichtet ist oder du dein Vermögen zukünftig breiter aufstellen möchtest. Auch wenn nur geringe Kursgewinne vorhanden sind, lässt sich eine bestehende Struktur häufig einfacher verändern.
Gerade bei größeren Depots würden wir dagegen nicht allein aufgrund hoher Fondskosten oder einer schwächeren Wertentwicklung verkaufen. Auch hier gilt wieder die Devise: Zuerst solltest du klären, welche Struktur du überhaupt erreichen möchtest und welche steuerlichen Folgen unterschiedliche Wege haben.
6.3 Depot übertragen und schrittweise verändern
Neben dem Halten und Verkaufen gibt es noch eine weitere Möglichkeit. Du kannst bestehende Fondsanteile zunächst auf ein anderes Depot übertragen, ohne sie dafür verkaufen zu müssen.
Dadurch lässt sich die bestehende Anlage zunächst erhalten und anschließend Schritt für Schritt neu strukturieren und steuerlich intelligent ausrichten. Das kann vor allem dann interessant sein, wenn du mehrere Deka Fonds besitzt und über die Jahre zu unterschiedlichen Zeitpunkten investiert hast. Jeder Kauf kann dabei einen anderen Einstandskurs und damit auch einen anderen Kursgewinn aufweisen.
Deshalb kann es sinnvoll sein, nicht das gesamte Depot auf einmal umzubauen, sondern zunächst genau zu analysieren, welche Positionen verändert werden sollen und in welcher Reihenfolge. Das Ziel ist daher nicht, den Deka Industrie 4.0 möglichst schnell aus deinem Depot zu entfernen, sondern eine Struktur zu schaffen, die zu deinen Zielen, deinem Risiko und der späteren Verwendung deines Vermögens passt.
Gerade wenn der Ruhestand näher rückt, kann diese Frage deutlich wichtiger sein als die reine Entscheidung zwischen Deka Fonds und ETF.
7. Kundenbeispiel
Wie sich die Bewertung eines einzelnen Fonds verändert, wenn wir nicht nur auf den Fonds selbst, sondern auf die gesamte Finanzplanung schauen, zeigt unser Kundenbeispiel.
7.1 Die Ausgangslage
Unser Kunde ist Ende 40, angestellt und lebt in Süddeutschland. Über viele Jahre hat er bei seiner Sparkasse ein größeres Depot mit verschiedenen Deka Fonds aufgebaut. Darunter befindet sich auch eine größere Position im Deka Industrie 4.0.
Zusätzlich bestehen mehrere private Rentenversicherungen und weitere Rücklagen. Was bisher fehlt, ist ein konkreter Finanzplan. Der Kunde wusste zwar, wie hoch sein Depot ungefähr ist. Unklar war aber, ob seine bestehenden Anlagen zu seinem Risiko passen und ob das Vermögen ausreicht, um später den gewünschten Ruhestand zu finanzieren.
7.2 Die wichtigsten Fragen
Im ersten Gespräch standen deshalb nicht einzelne Fonds im Mittelpunkt, sondern zunächst diese Fragen des Kunden:
- Wann kann ich in den Ruhestand gehen?
- Welchen Lebensstandard kann ich mir dann leisten?
- Wie hoch ist meine Rentenlücke?
- Welche Aufgabe soll mein Vermögen übernehmen?
- Wie viel Risiko darf ich im Depot eingehen?
- Passen meine bestehenden Anlagen noch zu diesem Plan?
Erst nachdem diese Fragen gemeinsam geklärt und ausgearbeitet waren, haben wir uns sein Depot bei der Sparkasse vergegenwärtigt. Der erste Gedanke ist oft, nur die eigenen Deka Fonds zu prüfen und zu schauen, ob diese noch passen. Eine solche Frage lässt sich aber selten in wenigen Sätzen beantworten.
7.3 Was wir mit dem Depot gemacht haben
Bevor wir einzelne Fonds verändert haben, haben wir zunächst berechnet, was der Kunde für seinen gewünschten Ruhestand überhaupt benötigt. Sein Ziel war, mit 65 in den Ruhestand zu gehen und dann rund 80 % seines heutigen Nettoeinkommens zur Verfügung zu haben.
Dabei haben wir unter anderem Folgendes berücksichtigt:
- Ausgaben im Ruhestand
- Inflation
- Steuern
- Kranken- und Pflegeversicherung
- Bereits vorhandene Renten und Versicherungen

Die Planung und Ausarbeitung der Rentenlücke zeigte, dass dieses Ziel gut erreichbar ist. Nach aktuellem Stand sollte unser Kunde bis zum Ruhestand zusätzlich rund 600 € pro Monat investieren. Das passt zu seiner finanziellen Situation, da ihm derzeit ein monatlicher Überschuss von rund 1.000 € zur Verfügung steht.
Das bestehende Depot
Im Depot waren unter anderem der Deka Industrie 4.0, der Deka GlobalChampions und der Deka DividendenStrategie enthalten. Damit bestand das Depot überwiegend aus aktiv gemanagten Deka Fonds mit vergleichsweise hohen Kosten. Beim Deka Industrie 4.0 lagen die bisherigen Kursgewinne nur bei rund 9.000 €. Gleichzeitig war uns der Fonds für die zukünftige Strategie zu stark auf einzelne Branchen und Unternehmen konzentriert.
Deshalb haben wir uns entschieden, den Deka Industrie 4.0 zu verkaufen. Da der Kunde noch rund 17 Jahre bis zum Ruhestand hat, können sich die höheren laufenden Kosten über diesen Zeitraum deutlich stärker auswirken als bei kostengünstigeren Alternativen.
Die neue Struktur
Das Vermögen wird zukünftig deutlich breiter aufgestellt:
- Breit gestreute Indexfonds und ETFs für den langfristigen Vermögensaufbau
- Sparrate von rund 600 € pro Monat
- Schrittweiser Aufbau von Anleihen-ETFs in den kommenden Jahren
- Zunehmende Reduzierung des Risikos, je näher der Ruhestand rückt
- Separate Liquiditätsreserve für kurzfristige Ausgaben
Der letzte Punkt war besonders wichtig. Bisher war kaum Liquidität vorhanden, obwohl beispielsweise in rund 2 Jahren ein Autokauf geplant ist. Dieses Geld sollte nicht dem Risiko der Aktienmärkte ausgesetzt sein.
Aus mehreren einzelnen Fonds ist damit nach und nach ein Finanzplan mit klaren Aufgaben für das Vermögen geworden.
Und genau darum ging es dem Kunden ursprünglich, nicht einfach bessere Fonds zu finden, sondern zu wissen, ob sein Vermögen ausreicht und was er heute tun muss, um mit 65 wie geplant in den Ruhestand gehen zu können. Wenn du wissen möchtest, wie ein solcher Plan für dich aussieht, melde dich gerne über unser Kontaktformular und vereinbare ein kostenfreies Erstgespräch.
8. Dein Deka Depot unabhängig prüfen lassen
Wenn du selbst einen oder mehrere Deka Fonds besitzt und nicht genau weißt, ob diese noch zu deinen Zielen passen, solltest du aus unserer Sicht nicht mit der Frage beginnen, welcher Fonds verkauft werden soll.
Zunächst geht es darum, was dein Vermögen künftig für dich leisten soll. Dabei gehen wir strukturiert vor.

Als Honorar-Finanzanlagenberater nach § 34h GewO erhalten wir keine Provision dafür, ob du einen Deka Fonds behältst, verkaufst oder dein Geld anders investierst. Wenn du dir zu deinem bestehenden Depot eine unabhängige Einschätzung wünschst, kannst du gerne ein kostenfreies Erstgespräch mit uns vereinbaren. Die Beratung findet deutschlandweit per Video statt.
9. Fazit zum Deka Industrie 4.0
Der Deka Industrie 4.0 hat seit seiner Auflage eine ordentliche Wertentwicklung erzielt. Gleichzeitig ist der Fonds vergleichsweise teuer und deutlich stärker auf Technologie und einzelne Unternehmen konzentriert als eine breite weltweite Aktienanlage. In den vergangenen drei und fünf Jahren blieb er zudem hinter dem von uns betrachteten MSCI World ETF zurück.
Das bedeutet aber nicht automatisch, dass du den Fonds sofort verkaufen solltest. Entscheidend sind aus unserer Sicht vor allem folgende Punkte:
- Vorhandene Kursgewinne und mögliche Steuern
- Die Zusammensetzung des gesamten Depots
- Dein persönliches Risiko
- Dein Anlagehorizont
- Die spätere Verwendung des Vermögens
Unser Kundenbeispiel zeigt das sehr gut. Dort war nicht der Deka Industrie 4.0 das eigentliche Problem. Viel wichtiger war die Frage, ob das vorhandene Vermögen ausreicht, um mit 65 den gewünschten Ruhestand zu finanzieren. Erst nachdem diese Frage beantwortet war, konnten wir sinnvoll über die einzelnen Fonds entscheiden.
Beim Deka Industrie 4.0 fiel die Entscheidung in diesem Fall für einen Verkauf. Die Kursgewinne waren mit rund 9.000 € überschaubar, gleichzeitig blieben noch rund 17 Jahre bis zum Ruhestand. Dadurch spielten Kosten und eine breitere Streuung für die zukünftige Struktur eine wichtige Rolle.
Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht nur: Ist der Deka Industrie 4.0 ein guter Fonds? Sondern vielmehr: Passt mein heutiges Depot zu dem Leben, das ich mit meinem Vermögen später finanzieren möchte?
Wenn du mehrere Deka Fonds besitzt und dir bei dieser Frage unsicher bist, kannst du dein Depot bei uns unabhängig prüfen lassen. Vereinbare dafür über unser Kontaktformular ein kostenfreies Erstgespräch.
Wir freuen uns auf deine Nachricht!